Ein wirklich grüner Microsoft-365-Backup-Anbieter zeichnet sich durch zwei Eigenschaften aus. Erstens nutzt er erneuerbare Energie, die idealerweise am Rechenzentrum direkt erzeugt oder physikalisch zugeführt wird, statt nur als Grünstrom-Zertifikat bilanziert zu werden. Zweitens erfüllt er die Vorgaben des Energieeffizienzgesetzes (EnEfG) ab 2027 schon heute durch nachweisbare PUE- und ERF-Werte. Der Markt teilt sich 2026 in drei Nachhaltigkeits-Stufen: Anbieter mit Grünstrom-Zertifikaten (Standard), mit Power Purchase Agreements (anspruchsvoll) und mit On-Site-Erzeugung am Rechenzentrumsstandort (Königsklasse).
Das Wichtigste zum nachhaltigen Rechenzentrum in Kürze
- 100 % Grünstrom ist häufig bilanziell, nicht physikalisch: Die meisten Cloud-Anbieter werben mit 100 Prozent Grünstrom, beziehen ihn aber bilanziell über Herkunftsnachweise (Zertifikate), nicht physikalisch am Rechenzentrum.
- Drei Nachhaltigkeits-Stufen in der Praxis: Stufe 1 sind Grünstrom-Zertifikate, Stufe 2 sind Power Purchase Agreements (PPA), Stufe 3 ist eigene Erzeugung am Standort. Ein nachhaltiges Rechenzentrum dokumentiert seine Stufe transparent.
- EnEfG verlangt ab 2027 Audit-Nachweise: Das Energieeffizienzgesetz verlangt konkrete PUE-Werte (Power Usage Effectiveness) und ERF-Werte (Energy Reuse Factor). Marketing-Aussagen reichen nicht mehr, Audit-Nachweise werden Pflicht.
- Container-Rechenzentren als Modernisierungs-Hebel: Container-Rechenzentren können nachhaltiger sein als klassische Großbau-Rechenzentren, weil sie näher an der Erzeugung gebaut werden können und schneller skalieren.
- CSRD macht Vendor-Nachhaltigkeit zum Compliance-Asset: Für CSRD-pflichtige Unternehmen wird die Vendor-Nachhaltigkeit ab 2025 ein Compliance-Asset. Wer heute den falschen Anbieter wählt, hat morgen ein Reporting-Problem.
Was macht einen Microsoft-365-Backup-Anbieter wirklich grün?
Die meisten Anbieter bezeichnen sich heute als grün, nachhaltig oder klimaneutral. Die Aussagen klingen oft ähnlich, dahinter stecken aber sehr unterschiedliche Konzepte. Ein nachhaltiges Rechenzentrum als Backup-Standort muss vier Punkte erfüllen, die zusammen ein belastbares Profil ergeben.
Eigene Erzeugung versus Grünstrom-Zertifikate
Grünstrom-Zertifikate (in Deutschland auch Herkunftsnachweise genannt) belegen, dass irgendwo in Europa eine bestimmte Menge erneuerbarer Energie ins Netz eingespeist wurde. Der bilanzielle Bezug dieser Zertifikate macht aus jedem Strom rechnerisch Grünstrom. Das ist legal und üblich, ändert aber nichts an der physikalischen Stromherkunft am Standort des Rechenzentrums. Wer beispielsweise ein Rechenzentrum in Frankfurt betreibt und Zertifikate aus norwegischer Wasserkraft kauft, hat bilanziell Grünstrom. Physikalisch fließt im Netz weiterhin der deutsche Strommix mit über 40 Prozent fossilen Anteilen. Eigene Erzeugung am Standort ist die ehrlichere Variante: hier wird der Strom dort gewonnen, wo er verbraucht wird.
PUE und ERF, die harten Kennzahlen
Power Usage Effectiveness (PUE) ist das Verhältnis von Gesamt-Energieverbrauch eines Rechenzentrums zum reinen IT-Verbrauch. Ein PUE von 1,0 bedeutet, dass jedes Watt direkt von der IT verbraucht wird. PUE-Werte über 1,5 zeigen hohe Verluste in Kühlung und Infrastruktur. Energy Reuse Factor (ERF) misst, wie viel der Server-Abwärme weiterverwendet wird, etwa für Nachbargebäude oder Gewächshäuser. Das Energieeffizienzgesetz (EnEfG) macht beide Kennzahlen ab 2027 zu Audit-relevanten Werten für Rechenzentren ab 300 Kilowatt elektrischer Leistung.
Abwärmenutzung als Pflicht
Server erzeugen Wärme, die in klassischen Rechenzentren über aufwendige Kühlung an die Umgebung abgegeben wird. Moderne Konzepte nutzen diese Wärme wirtschaftlich, zum Beispiel für Nachbargebäude, Gewächshäuser, Indoor-Farming oder Fischzucht. Das EnEfG schreibt ab 2027 für neue Rechenzentren einen Mindest-ERF von 10 Prozent vor, mit Steigerung auf 15 Prozent (2028) und 20 Prozent (ab 2030). Wer Abwärmenutzung erst nachträglich integrieren muss, hat ein strukturelles Kostenproblem.
Standort-Faktor, wo das Rechenzentrum wirklich steht
Standort ist nicht gleich Standort. Ein Rechenzentrum mitten in Frankfurt oder Amsterdam konkurriert mit Wohngebieten um Stromnetz und Kühlung. Ein Rechenzentrum am Rand eines Windparks in Norddeutschland oder Niedersachsen hat strukturelle Vorteile bei der direkten Stromabnahme und bei Abwärme-Partnerschaften. Standortwahl ist eine der entscheidenden Variablen für ein Rechenzentrum mit erneuerbaren Energien und wird im Anbieter-Vergleich häufig übersehen. Das gilt auch für nachhaltiges Backup: wer seine Backup-Daten nicht nur DSGVO-konform, sondern auch klimafreundlich gespeichert wissen will, sollte den Standort des Backup-Anbieters genauso prüfen wie dessen Software-Funktionen. Nachhaltige IT ist heute eine Frage der Vendor-Architektur, nicht der reinen Software-Auswahl.
Warum „100 Prozent Grünstrom“-Werbung selten echt ist. Fast jeder größere Cloud-Anbieter wirbt mit 100 Prozent Grünstrom. Das ist meist nicht falsch, aber irreführend. Bilanzieller Grünstrom über Herkunftsnachweise ist günstig (typisch unter einem Euro pro Megawattstunde) und überall verfügbar. Er sagt nichts darüber aus, ob am Standort des Rechenzentrums tatsächlich Strom aus erneuerbarer Quelle fließt. Das ist kein Skandal, aber kein Differenzierungsmerkmal. Wer Nachhaltigkeit ernst nehmen will, fragt nach physikalischem Bezug oder eigener Erzeugung.
Drei Stufen von Cloud-Nachhaltigkeit
Pragmatisch lassen sich Cloud-Anbieter in drei Nachhaltigkeits-Stufen einteilen. Diese Einteilung ist keine offizielle EU-Klassifikation, sondern eine praxisorientierte Bewertung anhand der tatsächlichen Energieherkunft. Wer eine echte Green Cloud oder nachhaltige Cloud sucht, prüft den Vendor entlang dieser drei Stufen und akzeptiert nicht die pauschale Marketing-Aussage „klimaneutral“.
Stufe 1, Grünstrom-Zertifikate
Der Anbieter kauft Strom aus dem normalen Netz und bilanziert ihn über zugekaufte Herkunftsnachweise als Grünstrom. Diese Stufe ist 2026 Branchen-Standard. Sie ist nicht falsch und bilanziell korrekt, hat aber den geringsten Realitäts-Bezug. Für reine Marketing-Zwecke ausreichend, für ernsthafte ESG-Berichterstattung dünn.
Stufe 2, Power Purchase Agreements
Der Anbieter schließt langfristige Lieferverträge (Power Purchase Agreements, PPA) mit konkreten Erzeugungsanlagen ab, oft Wind- oder Solarparks. Diese Verträge sind direkter als reine Zertifikate, weil sie konkrete Anlagen finanzieren und mit ihrer Produktion verknüpft sind. Sie sind eine ehrlichere Form des Grünstrom-Bezugs, lösen aber das Problem des Netz-Strommixes am Standort nicht vollständig.
Stufe 3, On-Site-Erzeugung mit direktem Verbrauch
Der Anbieter erzeugt erneuerbaren Strom direkt am Rechenzentrumsstandort, idealerweise mit eigenen Anlagen, und verbraucht ihn unmittelbar. Diese Stufe ist die belastbarste, aber auch die seltenste. Sie verlangt eine bewusste Standortwahl, eigene Investitionen in Erzeugungsanlagen und passende regulatorische Rahmenbedingungen (etwa Direktleitungen oder Arealnetz-Modelle). In Deutschland setzen diese Stufe 2026 nur eine Handvoll Anbieter um.
Die drei Nachhaltigkeits-Stufen im Vergleich
Vergleich der drei Stufen entlang von Nachweis-Aufwand, Realitäts-Bezug und Compliance-Wert für CSRD- und EnEfG-Audits.
| Stufe | Nachweis | Realitäts-Bezug | Compliance-Wert |
|---|---|---|---|
| Stufe 1: Zertifikate | Herkunftsnachweis-Kauf, bilanziell | Niedrig (Netz-Strommix am Standort) | Grundvoraussetzung |
| Stufe 2: PPA | Langfristiger Liefervertrag mit konkreter Anlage | Mittel (Anlagen-Finanzierung gesichert) | Gut |
| Stufe 3: On-Site | Eigene Erzeugung am Standort, direkter Verbrauch | Hoch (physikalischer Direktbezug) | Vollständig |
Drei Nachhaltigkeits-Stufen für Cloud-Anbieter, Stand Mai 2026.

Der EnEfG-Faktor, warum 2027 die Spreu vom Weizen trennt
Das Energieeffizienzgesetz hat den Markt für Cloud-Anbieter verändert, bevor die meisten es gemerkt haben. Drei konkrete Punkte sind dabei relevant.
Welche Cloud-Anbieter EnEfG-konform werden müssen
Das EnEfG gilt für Rechenzentren ab 300 Kilowatt nicht-redundanter elektrischer Leistung. Das ist die übliche Größenordnung kommerziell betriebener Rechenzentren. Kleinere Server-Räume in Unternehmen fallen meist nicht darunter, professionelle Cloud-Anbieter dagegen praktisch immer. Wer als Mittelständler einen externen Backup-Anbieter nutzt, ist über dessen EnEfG-Pflichten indirekt betroffen, weil die Vendor-Daten in das eigene CSRD-Reporting einfließen.
Was Auditoren ab 2027 prüfen werden
Der EnEfG-Mindest-PUE für neue Rechenzentren ab 1. Juli 2026 liegt bei 1,2. Für Bestands-Rechenzentren gilt ab 1. Juli 2027 ein Grenzwert von 1,5, der bis 1. Juli 2030 auf 1,3 sinkt. Der Mindest-ERF startet 2027 bei 10 Prozent und steigt auf 20 Prozent ab 2030. Zusätzlich werden 50 Prozent erneuerbare Energie ab 2024 und 100 Prozent ab 2027 verlangt. Anbieter, die diese Werte heute schon nachweisen können, sind im Audit-Vorteil. Hinweis: Die Bundesregierung hat im April 2026 einen Entwurf zur EnEfG-Novelle vorgelegt, der eine leichte Lockerung der PUE-Werte vorsieht (1,3 für Neubauten, 1,6 für Bestand ab 2027, 1,4 für Bestand ab 2030). Der Entwurf ist noch nicht beschlossen, das Audit-Argument der Anbieter-Transparenz bleibt davon unberührt.
Reseller-Risiko bei nicht-konformen Vendoren
Systemhäuser, die Backup als Managed Service verkaufen, haften ihren Kunden gegenüber für die Compliance der eingesetzten Vendoren. Wer 2027 mit einem Anbieter arbeitet, der die EnEfG-Werte nicht erfüllen kann, muss seine Endkunden migrieren oder Compliance-Lücken erklären. Eine frühzeitige Vendor-Prüfung schützt vor diesem Risiko.
Brauchst Du EnEfG-feste Vendor-Daten für Dein CSRD-Reporting? dc2share aus Wagenfeld liefert PUE-, ERF- und Grünstrom-Daten dokumentiert für CSRD- und EnEfG-Audits. Aktuell 100 % Ökostrom mit hohem Eigenerzeugungs-Anteil (rund 70 % aus eigener PV-Anlage am Standort, rund 30 % zertifizierter Netz-Ökostrom mit Herkunftsnachweis). Ab Juli 2026 verschiebt sich die Versorgung mit dem benachbarten Windpark und dem Hardware-Umzug nach Wagenfeld in Richtung eigener Wind- und Solar-Erzeugung am Standort. Beratung anfragen.
Nachhaltige Microsoft-365-Backup-Anbieter im Vergleich
Fünf Anbieter im deutschsprachigen Markt positionieren sich aktiv mit Nachhaltigkeits-Botschaften. Sie unterscheiden sich strukturell, wenn man die Stromherkunft konkret prüft. Wichtig: Nicht jeder grüne Cloud-Anbieter macht M365-Backup, und nicht jeder M365-Backup-Anbieter macht Nachhaltigkeit ernst.
dc2share
Eigentümerstruktur: deutsche dc2s data center 2 share GmbH & Co. KG mit Sitz in Wagenfeld, Niedersachsen. Stromversorgung 2026 in der Übergangsphase: 100 % Ökostrom mit hohem Eigenerzeugungs-Anteil, rund 70 % aus eigener PV-Anlage am Standort und rund 30 % zertifizierter Netz-Ökostrom mit Herkunftsnachweis. Damit positioniert sich dc2share als Hybrid zwischen Stufe 2 (PPA-nah durch direkten Verbrauch der PV-Erzeugung) und Stufe 1 für den Netz-Ökostrom-Anteil. Mit der Inbetriebnahme des benachbarten Windparks am 24. Juni 2026 und dem Hardware-Umzug nach Wagenfeld Ende Juli 2026 verschiebt sich das Profil schrittweise in Richtung Stufe 3. M365-Backup-Spezialisierung mit transparenten Tarifen (BASIC 5,99 Euro, STANDARD 6,79 Euro, ENTERPRISE 7,59 Euro pro Postfach und Monat). Einer der wenigen DACH-Anbieter mit hohem physikalischem Eigenerzeugungs-Anteil für M365-Backup.
Windcloud
Eigentümerstruktur: deutsche Windcloud 4.0 GmbH mit Sitz auf dem GreenTEC Campus in Enge-Sande, Nordfriesland. Stufe 3 der Nachhaltigkeits-Einteilung: Direktversorgung mit Windstrom aus dem benachbarten Windpark, Abwärmenutzung in einer Algenfarm auf dem Dach. Stärke: pionierhafte Nachhaltigkeits-Positionierung, CO2-Bindung durch die Algenfarm. Wichtige Einschränkung: Windcloud bietet IaaS, Managed Kubernetes und Storage, aber kein dediziertes Microsoft-365-Backup-Produkt. Für M365-Workloads ist Windcloud keine direkte Alternative, sondern eine Inspiration im Cloud-Nachhaltigkeits-Markt.
Keepit
Keepit aus Kopenhagen, M365-Backup-Spezialist mit eigener Cloud-Infrastruktur. Nachhaltigkeits-Positionierung primär über Grünstrom-Zertifikate (Stufe 1). Dänemark hat einen sehr hohen Anteil an Windenergie im nationalen Strommix, was die Bilanz strukturell verbessert. Für Unternehmen mit EU-Souveränitäts-Schwerpunkt und Toleranz für Stufe-1-Nachhaltigkeit eine Option.
Hornetsecurity (Proofpoint)
Hornetsecurity hat seinen Sitz in Hannover, gehört seit Dezember 2025 vollständig zu Proofpoint (US-Konzern, Thoma Bravo). Nachhaltigkeits-Positionierung über Grünstrom-Zertifikate der genutzten Hosting-Partner, also Stufe 1. Bietet 365 Total Backup als ausgereiftes M365-Backup-Produkt. Die Nachhaltigkeits-Frage ist hier aber strukturell durch die US-Eigentümerstruktur überlagert, wenn neben grünem Strom auch Datensouveränität ein Auswahl-Kriterium ist.
IONOS
IONOS SE hat ihren Sitz in Montabaur und ist börsennotiert. Betreibt eigene Rechenzentren in Deutschland mit zertifiziertem Grünstrom-Mix, primär Stufe 1 mit Tendenz zu Stufe 2 durch direkte Lieferverträge. Bietet Backup als Modul innerhalb des breiteren Cloud-Portfolios. Stärke: deutsche börsennotierte SE, vollständig EU-souverän, große etablierte Marke. Schwäche: für reine M365-Spezialisierung sind andere Anbieter passender.
Die Anbieter im Nachhaltigkeits-Vergleich
Anbieter-Vergleich entlang von Grünstrom-Typ, On-Site-Erzeugung und EnEfG-Fitness. Stand Mai 2026.
| Anbieter | Grünstrom-Typ | On-Site-Erzeugung | M365-Backup |
|---|---|---|---|
| dc2share | Hybrid Stufe 2/3 (PV + zertifizierter Netz-Öko) | Ja, ~70 % PV am Standort; eigene Wind-Erzeugung ab Juli 2026 | Ja, spezialisiert |
| Windcloud | Stufe 3 (Direktbezug Windpark) | Indirekt (Direktleitung) | Nein |
| Keepit | Stufe 1 (Zertifikate, DK-Strommix) | Nein | Ja, spezialisiert |
| Hornetsecurity | Stufe 1 (über Hosting-Partner) | Nein | Ja |
| IONOS | Stufe 1-2 (Mix) | Teilweise | Ja, als Modul |
Anbieter-Vergleich Cloud-Nachhaltigkeit für M365-Backup, Stand Mai 2026.
Was dc2share von anderen nachhaltigen Anbietern unterscheidet
Die Kombination ist die Besonderheit. Vier Punkte machen den Unterschied.
PV-Anlage am Standort, Windpark in Inbetriebnahme
Der Standort Wagenfeld in Niedersachsen wurde bewusst gewählt, um eigene Erzeugungsanlagen und Rechenzentrumsbetrieb am gleichen Ort zu kombinieren. Stand Juni 2026 stammen rund 70 Prozent des Stroms aus eigener PV-Anlage am Standort, die direkt in die Container-Rechenzentren einspeist. Die verbleibenden rund 30 Prozent kommen aus zertifiziertem Netz-Ökostrom mit Herkunftsnachweis. Mit der Inbetriebnahme des benachbarten Windparks am 24. Juni 2026 und dem Hardware-Umzug Ende Juli 2026 verschiebt sich die Energie-Bilanz weiter in Richtung physikalischer Direktbezug. Das ist ein Hybrid zwischen Stufe 2 und Stufe 3 mit klarem Trend nach oben.
Microsoft-365-Backup-Spezialisierung
Anders als Multi-Workload-Generalisten konzentriert sich dc2share auf Microsoft 365 als primären Workload. Das hat zwei Konsequenzen für die Nachhaltigkeit. Erstens: spezialisierte Hardware lässt sich präzise dimensionieren, ohne Über-Reserven für Workloads, die nicht laufen. Zweitens: die Daten-Architektur ist auf M365-Backup zugeschnitten, was Server-Auslastung und Energieeffizienz strukturell verbessert.
Deutsche Eigentümerstruktur
Eigentümer ist die dc2s data center 2 share GmbH & Co. KG mit deutschen Gesellschaftern. Geschäftsführer sind Luca P. Bollhorst, Benjamin Marks und Christian Oberbeck. Die Eigentümerstruktur garantiert, dass strategische Entscheidungen über Standort, Nachhaltigkeit und Investitionen in Deutschland fallen. Das ist nicht nur ein Souveränitäts-Argument, sondern hat auch direkte Auswirkungen auf die Nachhaltigkeits-Strategie, weil sie nicht von Quartals-Berichten eines US-Mutterkonzerns getrieben wird.
Modul-Container-Modell
Container-Rechenzentren sind modular, schnell aufstellbar und können näher an die Erzeugungsanlagen gebaut werden. Sie sind nicht das Standardmodell der großen Cloud-Anbieter, die auf zentrale Hyperscale-Rechenzentren setzen. Für mittelständische Workloads wie M365-Backup ist das Container-Modell aber strukturell überlegen, sowohl in Hinblick auf Energieeffizienz als auch in der Investitions-Geschwindigkeit.
Was Mittelstandskunden konkret prüfen sollten
Vier Prüfschritte trennen die Marketing-Folie von der belastbaren Auskunft. Sie sind Teil eines seriösen Vendor-Audits.
Vendor-Audit, welche Stromherkunft tatsächlich vorliegt
Frage den Anbieter konkret nach der Stromherkunft am Rechenzentrumsstandort. Antworten wie „100 Prozent Grünstrom“ sind unzureichend, ohne zu klären, ob es um Herkunftsnachweise (Stufe 1), PPA (Stufe 2) oder On-Site-Erzeugung (Stufe 3) geht. Ein seriöser Anbieter beantwortet diese Frage transparent und in unter zehn Minuten.
Verträge, sind PUE- und ERF-Werte schriftlich zugesichert
Marketing-Aussagen sind nicht vertragsbindend. Wer PUE- und ERF-Werte für das eigene CSRD-Reporting braucht, sollte sie schriftlich im Vendor-Vertrag oder in der AVV-Anlage zusichern lassen. Anbieter, die hier ausweichen, sind im Audit ein Risiko.
Zertifikate als Plausibilitäts-Anker
ISO 50001 (Energiemanagement-Systeme) ist die wichtigste Zertifizierung im Rechenzentrums-Bereich. Sie ist ab 7,5 GWh Jahresverbrauch seit Juli 2025 ohnehin Pflicht. Wer früh zertifiziert hat, signalisiert systematische Energieführung. Weitere Plausibilitäts-Anker sind Blauer Engel für Rechenzentren, EcoVadis-Ratings und EU-Code-of-Conduct-Beteiligung.
CSRD-Reporting-Tauglichkeit
CSRD-pflichtige Unternehmen brauchen Scope-3-Daten ihrer Vendoren für das eigene Reporting. Frage den Anbieter, ob er die Daten in der Granularität liefert, die das eigene Reporting verlangt. Strom-Verbrauch pro Postfach, CO2-Äquivalent pro Datenmenge und ERF-Wert sind die typischen Datenpunkte.
Was Systemhäuser ihren Kunden empfehlen sollten
Für Systemhäuser ist Nachhaltigkeit 2026 nicht nur ein Verkaufsargument, sondern ein strategischer Differenzierungs-Hebel.
Nachhaltigkeit als Vertriebsargument 2026 und 2027
Mittelständler, die unter CSRD fallen (ab 2025 etwa 15.000 Unternehmen in Deutschland), brauchen Scope-3-Daten ihrer IT-Vendoren. Wer als Systemhaus einen Anbieter mit Stufe-3-Nachhaltigkeit im Portfolio hat, hilft seinen Endkunden direkt bei der Compliance-Pflicht. Das ist ein konkreter Verkaufs-Hebel, kein abstrakter Wert.
ESG-Reporting im Mittelstand wird konkret
ESG-Kriterien sind seit zwei Jahren Teil der Beschaffungs-Prozesse vieler Mittelständler. Vendoren werden nicht nur nach Preis und Funktion bewertet, sondern auch nach ESG-Profil. Ein Backup-Anbieter mit nachweisbarer Nachhaltigkeit erleichtert die Vendor-Auswahl bei großen Kunden. Wer das früh erkennt, gewinnt Mandanten, die er ohne Nachhaltigkeits-Bonus nicht bekäme.
Channel-Differenzierung über grüne Anbieter
Im Channel-Vergleich sind die meisten M365-Backup-Anbieter funktional ähnlich. Die Differenzierung läuft über Souveränität, Pricing und Nachhaltigkeit. Wer als Systemhaus einen Stufe-3-Anbieter führt, hat ein Verkaufsargument, das die meisten Wettbewerber nicht spiegeln können.
Quellen
- Energieeffizienzgesetz (EnEfG). Gesetzestext mit Anforderungen für Rechenzentren ab 300 Kilowatt.
- DC2Share Blog, EnEfG für IT-Dienstleister. Vertiefung der EnEfG-Pflichten und Kennzahlen.
- Windcloud 4.0 GmbH, Unternehmensinformationen. Beispiel für Stufe-3-Nachhaltigkeit am Standort Enge-Sande.
- Umweltbundesamt, energieeffiziente Rechenzentren. Übersicht zur regulatorischen und technischen Lage.
- DC2Share Blog, M365-Backup-Anbieter-Vergleich. Funktionaler Marktvergleich der M365-Backup-Anbieter.
Bereit für ein nachhaltiges Rechenzentrum für Dein M365-Backup?
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